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Ein Blog über Online-Journalismus – wozu?

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08/10/2012 von Stephan Dörner

Für wen?

Ab heute werde ich an dieser Stell regelmäßig über Online-Journalismus bloggen – Entwicklungen, Chancen, wissenschaftliche Erkenntnisse und Perspektiven. Das Blog soll sich dabei in erster Linie an alle interessierten Kollegen richten, die Journalismus im Internet nicht bloß als klassischen Zeitungsjournalismus auf einem neuen Kanal oder gar als reine Bedrohung sehen, sondern Online-Journalismus entwickeln wollen und die sich stets erweiternden Möglichkeiten des Mediums austesten wollen.

Natürlich steht das Blog auch allen anderen Interessierten offen, die sich für den Journalismus des 21. Jahrhundert interessieren. Besonders interessier bin ich natürlich an Austausch, Feedback, Ideen und Kritik von Menschen, die das Thema ebenfalls beschäftigt.

Warum also Online-Journalismus? Bislang habe ich in zwei Blogs geschrieben: Von 2005 bis 2007 das  FUCKUP Weblog und seit der Gründung des eigenen Blog-Dienstes blogage.de mit Freunden im Blog ohne Namen. In beiden Blogs habe ich jeweils ohe großes übergeordnetes Thema aufgeschrieben, was mich gerade interessierte. Im FUCKIP Weblog, das ich noch zu Studienzeiten führte, waren das in erster Linie politische und gesellschaftliche Themen, im Blog ohne Namen in erster Linie ökonomische Themen.

Nun also erstmals ein reines Themen-Blog – und zwar eines, das sich ausschließlich mit einem Thema beschäftigt, mit dem ich mich schon beruflich auseinandersetzen muss:. Seit 2007 arbeite ich als Journalist. Zunächst als freier Mitarbeiter für RP Online für die Themen Politik und Wirtschaft sowie Handelsblatt Online für Technologie- und Unternehmensthemen, später als fester Redakteur bei Handelsblatt Online und inzwischen als Redakteur für Technologie-Themen beim Wall Street Journal Deutschland.

Ein zentrales Blog zum Online-Journalismus fehlt in Deutschland

Seit mehr als fünf Jahren beschäftige ich mich also alleine schon aus beruflichem Interesse mit dem Thema Online-Journalismus – und zuletzt immer systematischer. Dabei ist mir aufgefallen, dass es in Deutschland noch kein wirklich etabliertes Blog zum Thema gibt. Lorenz von Matzat betreibt mit www.datenjournalist.de ein hervorragendes Blog zu den Möglichkeiten des Online-Journalismus – beschäftigt sich dabei aber wie der Name schon sagt in erster Linie mit dem speziellen Feld des Datenjournalismus. Wer bei Google nach “Online-Journalismus Blog” sucht, findet auf dem ersten Platz ein Blog des Online-Journalismus-Kurses an der Hochschule Darmstadt.

Ein zentrales wichtiges Blog wie onlinejournalismblog.com des britischen Journalisten und Professor für den Online-Journalismus-Studiengang an der Birmingham-Universität  fehlt hierzulande. Grund eins für die Gründung des Blogs ist also die Tatsache, dass ich glaube, hier noch Bedarf und Nische gefunden zu haben. Punkt zwei ist, dass ich das Nachdenken über Online-Journalismus als eigene Form des Journalismus mit eigenen deutlich erweiterten Möglichkeiten gegenüber redaktionellen Erzeugnissen auf anderen Medienkanälen anregen möchte.

Keine Resteverwertung, sondern eigene Journalismus-Form

Online-Journalismus besitzt seine eigenen Regeln, Möglichkeiten und Formen – und wird für meinen Geschmack insbesondere von deutschen Journalisten und Redaktionsleitern noch zu sehr als Bedrohung oder schlicht eine andere Form der Ausspielung von Inhalten gesehen.  Die Eigenheiten der Nutzung von Desktop-PC, Tablet und Smartphone werden häufig noch zu wenig verstanden. Außerdem wird die Sphäre des Online-Journalismus innerhalb der Redaktionen zu häufig noch als Restverwertungskanal gesehen, bei dem es um billige Klicks geht. Zu häufig wird der Online-Auftritt großer Zeitungsmarken so leider auch von den Werbevermarkten gegenüber den Kunden verkauft.

Die Probleme des Online-Journalismus wie die PI-Fixierung sind weithin bekannt und diskutiert. Dieses Blog will die Herausforderungen für den Online-Journalismus in Deutschland nicht verschweigen aber dennoch in erster Linie auf die positive Entwicklungsmöglichkeiten hinweisen: Was kann Online noch besser machen? Dazu will ich an dieser Stelle auf interessante Experimente im Bereich des Online-Journalismus hinweisen, auf wissenschaftliche Studien sowie in Analysen selbst darüber nachdenken, wie Online-Journalismus noch besser werden kann. Insbesondere bin ich aber natürlich auf die Erfahrungen und Gedanken von euch, meinen Lesern, angewiesen, die ich hiermit herzlich zum Kommentieren einladen will.

Der Journalist Mark Potts hat sich bereist vor 20 Jahren mit der Zukunft des Journalismus beschäftigt und dabei vieles richtig vorhergesehen. Seine Bilanz heute, 20 Jahre später:

Newspaper Web sites, while popular, still aren’t fully “computer products.” Their innovation has generally stalled—and is now being further outpaced by the advent of social media and mobile platforms like tablets and smartphones. The best ideas in newsgathering, storytelling, audience engagement, distribution and advertising are mostly coming from outside the traditional news business.

Mit diesem Blog will ich dazu beitragen, dies zu ändern.

Über den Autor

Stephan Dörner wurde 1982 in Düsseldorf geboren und studierte dort Sozialwissenschaften (Politikwissenschaft, Medienwissenschaft, Soziologie) an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf bis 2008. Noch während es Studiums ab 2007 erste freie Mitarbeit für Handelsblatt Online und RP Online, später Festanstellung bei Handelsblatt Online in den Ressorts Technologie und Unternehmen.

Seit September Redakteur beim Wall Street Journal Deutschland – einer reinen Online-Redaktion – für Technologie-Themen.

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8 thoughts on “Ein Blog über Online-Journalismus – wozu?

  1. opalkatze sagt:

    Feine Idee, hört sich auch lebendiger an als viele bekannte Vorhaben.

  2. ujf99 sagt:

    So so, ein solches Blog fehlt also in Deutschland. Schreibt ein Greenhorn, das erst seit gut fünf Jahren dabei ist.

    Ist http://www.onlinejournalismus.de denn kein Blog? Es steht sogar hier in der Blogroll, ist aber scheinbar keiner Erwähnung wert – oder ist es nicht “etabliert”? Die Jungs um Thomas Mrazek machen das seit 13 Jahren und sind in der Szene bekannt wie bunte Hunde. Da frage ich mich schon, woraus sich der Mut, nein: die Chuzpe speist, diese Seite hier als “etabliertes Blog” in spe zu sehen, das etwas leisten kann, das onlinejournalismus.de nicht bietet.

    • Auf onlinejournalismus.de geht es in erster Linie um die Ausbildung. Deutlich mehr beachtet wird derzeit z.B. http://120sekunden.com/. Und mit den Themen dieses Blogs habe ich offensichtlich einen Nerv getroffen, der von der sonstigen Blogosphäre nicht bedient wird: http://blog.virato.de/2013/01/beliebte-blogperlen-im-dezember-2012-virato-blog-charts-nach-social-media-quotient-smq/

      • Darf ich hierzu nur anmerken, dass Virato eine naive, alberne, aus wissenschaftlicher Sicht einfach unseriöse Methodik verwendet? Die teilen schlichtweg die Retweets und Likes durch die Zahl der Postings:

        http://blog.virato.de/2012/08/nachtrag-zu-%E2%80%9Evirato-blog-charts-und-bedeutung-des-social-media-quotienten/

        Wenn also einer mal einen Zufallstreffer landet oder es mit irgendwelchen sensationsjournalistischen Tricks schafft, dass alle Welt ihn ein einziges Mal retweetet, braucht er sich nur den Rest des Monats auf seinen unverdienten Lorbeeren auszuruhen, um seinen hohen Social Media-Quotienten nicht zu gefährden. Nachhaltige Relevanz kann ein so leicht manipulierbarer Index schlichtweg nicht abbilden.
        Allein der stolze Verweis auf diese wertlosen Charts beweist, dass Greenhörner sich lieber mit alten Hasen zusammentun sollten, in diesem Fall also versuchen sollten, sich bei einem Projekt wie onlinejournalismus.de einzubringen. Von dessen Machern kann man was lernen, auch wenn sie nicht mehr so fleißig posten wie früher. Zum Beispiel: Wann man besser schweigt.
        Wer meint, er könne sich profilieren, indem er ihnen Konkurrenz macht, darf sich jedenfalls keine solchen Blößen geben, sondern muss besser sein. Der Schuss geht sonst nach hinten los.

    • Svetlana sagt:

      es geht um deine transparenz. anoynm hier rumkacken kann jeder, also erze4hl mir nichts von social media.nach print wird in ein paar jahren kein hahn mehr kre4hen, wenn die zum grodfteil denselben scheidf im blatt haben wie die onliner.du hf6rst dich an wie ein konservativer mitt50er, der seiner tocher auch raten wfcrde, jura zu studieren, obwohl sie gern in die kunst wfcrde. ekelhaft.

      • Diesen Rant kannst Du Dir komplett schenken, Svetlana. Albern, mir Anonymität oder mangelnde Transparenz vorzuwerfen, _nachdem_ ich mich beim zweiten Post nicht nur mit meinem Gravatar, sondern via WordPress eingeloggt habe. Dass viele Printmedien denselben Scheiß im Blatt haben wie die Onliner im Netz, wissen wir ja nun alle – das bezieht sich aber ausschließlich auf Tageszeitungen. Ich wüsste ja auch nicht, warum ich eine WAZ abonnieren sollte. Eine Süddeutsche, FAZ, New York Times, sogar die taz haben aber ihren Wert. Die sind in zehn Jahren vielleicht nur noch digital zu kriegen, mag sein, aber sie werden bleiben, weil sie einen geringen Anteil von dem “Scheiß” drin haben (also vom allgegenwärtigen, austauschbaren, lieblosen Agenturcontent).
        Mit dem Mittfünfziger hast Du allerdings einen Volltreffer gelandet. Ich habe schon über Onlinedienste geschrieben, bevor es das WWW gab. Ich habe über das Internet geschrieben, als die Digital Natives in die Windeln gemacht haben. Sorry, das ist nun mal so, zum Aussterben sind wir Dinos nun doch noch ein bisschen zu jung. Will sagen: Wer mir Ahnungslosigkeit unterstellt, schießt ein Eigentor.
        Und eine Tochter habe ich auch. Ich rate ihr nicht, Jura zu studieren, obwohl es schlechtere Ideen gäbe. Vor Journalistik zum Beispiel würde ich sie warnen, weil keine Sau mehr Urheberrechte respektiert und damit die wirtschaftliche Grundlage des Journalismus immer schmäler wird. Das weiß sie aber selbst.
        Ich wüsste übrigens nicht, was an meinem Alter ekelhaft wäre – oder an väterlichen Ratschlägen allgemein. Ekelhaft sind nur Eltern, die meinen, sie könnten ihren Kindern vorschreiben, was sie studieren. Vielleicht projizierst Du ja auch nur ein Problem, das Du mit Deinem alten Herrn hast, auf mich, du Ärmste.

  3. […] ein Blog zum Onlinejournalismus wirklich noch gefehlt? Eines, das von einem jungen Mann betrieben wird, der erst im vergleichsweise hohen Alter von 25 Jahren zum Profi in diesem Sektor […]

  4. Anonym sagt:

    Svetlana : fail! in allen Punkten: eine traurige Erscheinung! (ohne Respekt aber mit vielen Rechtschreib- und Ausdrucksfehlern und darüber hinaus : Null Ahnung)

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