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Paid Content: Eine digitale Parkuhr mit niedriger Hemmschwelle

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19/12/2012 von Stephan Dörner

Thomas Knüwer (Twitter) berichtet für wiwo.de über ein neues Paid-Content-Modell für Onlinejournalismus namens Pennyread, das der Franzose Emmanuel Valjavec auf der LeWeb in Paris vorgestellt hat:

Und so entstand ein Startup, das einer der hitzigsten Debatten der globalen Medienbranche eine neue Wendung geben könnte: der Frage, wie Verlage Leser dazu bringen könnten, online für Inhalte zu bezahlen. Valjavecs Lösung heißt Pennyread und wird seit Kurzem von der französischen Liedertexte-Seite Paroleparole getestet. Verwendet künftig eine Nachrichtenseite das System, überdeckt es Teile von Artikeln mit einem Feld, das den Preis für den jeweiligen Inhalt anzeigt. Unter dem Preis ist ein schlichtes “OK”-Feld zu sehen. Klickt der Leser darauf, verschwindet die Text-Blockade.

Niedrige Hemmschwelle

Und dann? Nichts. Einfach weiterlesen. Im Hintergrund speichert ein Cookie die Summe der bisher aufgelaufenen Bezahlinhalte. Pro Artikel werden bei Pennyread nur kleine Cent-Beträge fällig. Rechne man den Kaufpreis eines Magazins auf den einzelnen Artikel um, koste der ja auch nicht viel mehr, sagt Valjavec. Sind schließlich ein paar Euro erreicht, fällt die Bezahlschranke: Dann wird der Leser aufgefordert, ein Konto zu eröffnen und die aufgelaufenen Beträge zu bezahlen. Die Hemmschwelle, so der Plan, soll so niedrig wie möglich sein. “Der Nutzer darf sich nicht bedrängt fühlen”, sagt Valjavec.

Mehr bei wiwo.de

Mut machen kann den Verlagen eine aktuelle Studie von Lischke Consulting über die Golem.de berichtet. Demnach steigt die Bereitschaft, für Paid Content bei Lesern im Internet. Im Gegenzug wollen die Leser aber Besonderes geboten bekommen. Auch die Bereitschaft, freiwillig für Online-Inhalte zu bezahlen, ist demnach gewachsen. Die befragten Leser bevorzugten dabei mehrheitlich für Artikel einzeln zu bezahlen statt aus der Print-Welt bekannte Abo-Modelle.

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4 thoughts on “Paid Content: Eine digitale Parkuhr mit niedriger Hemmschwelle

  1. Kevin Wammer sagt:

    Wenn ich mir die Erklärung von Pennyread so durchlese, kann ich mir kaum vorstellen, dass mich diese Idee nicht stören würde. In meinen Augen ist es nur ein weiterer Pop-Up, der mich vom Lesen des Artikels abhält. Und eben das will ich doch. Den Artikel, ohne Störung lesen. Und Pop-Ups oder Artikel, die auf mehreren Seiten aufgeteilt werden, sind in meinen Augen einfach nur nervig und nehmen einem den Lesespaß.

    Was aber nicht heißen soll, dass ich nicht gerne Geld zahle. Ich setze mir monatlich ein Budget, das ich für Content ausgebe. Hauptsächlich geht dies an amerikanische Blogger à la Shawn Blanc oder Ben Brooks, an ein Netzwerk wie Read & Trust, 70Decibels und 5by5. Aber auch eine App, wie The Magazine von Marco Arment, bekommt von mir monatlich Geld. Ich kann nicht für alle sprechen, aber ich denke, dass diese Bereitschaft für Content zu zahlen existiert. Auch wenn es in meinem Fall bisher ausschließlich amerikanische Unabhängige sind. Dabei will ich den Europäern doch auch Geld geben. Aber dann erstellt doch bitte was, wofür es sich auch lohnt Geld zu zahlen. Auch wenn es kostenlos angeboten wird, schlussendlich geht es mir mehr um das Gefühl, dass ich die Menschen, die ich gerne lese oder höre, unterstützt habe.

    Ich glaube, ich sollte den Gedanken mal ausführlicher auf meinem Blog beschreiben.

  2. philipp sagt:

    Meiner Meinung nach, kann jeder auch mit kostenlosen Service (was kaum einer glaubt, für gute Infos zahlen / spenden sehr viele Leute gerne freiwillig etwas) Geld verdienen nur halt eben nicht wie die ganzen “Printmedien”, die mehr oder weniger “leicht Umgeschriebenes” als eigene Werke verkaufen wollen und sich immer mehr wundern warum keiner mehr für ihren Print- und neuerdings Online-Müll zahlen will. Manche Verlage versuchen ihre Umsätze aktuell ja auch mit Gesetzgeberhilfe zu erzwingen statt neue Wege zu suchen. Hatte selbst zeitweise hunderte Blogs per RSS abonnieren mittlerweile sind es nur noch 20 und meine Liste wird jede Woche bereinigt. Warum? Weil die meisten News von einer Hand voll Quellen kommen und tausendfach in leicht abgeänderter Form veröffentlicht werden.

  3. Sie möchten gerne mehr Geld? Besuch doch mal meine Seite.

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