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Gratis E-Book, Klick-Wahnsinn, veraltete CMS und das iPad im Bett

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08/10/2012 von Stephan Dörner

Was gibt es Neues aus der Welt des Online-Journalismus? Ich habe das Web abgegrast und präsentiere euch das Spannendste, was ich gefunden habe.

Wer Google austrickst, lädiert unseren Ruf“ – Stefan Plöchinger, Chefredakteur von  sueddeutsche.de, rechnet im Meedia-Interview mit den Gepflogenheiten der Branche ab. „Wenn man zum Beispiel beschließt, weniger Bilderstrecken zu machen, weil man mehr gute Texte machen will, dann sind vielleicht die Klickzahlen geringer – aber wenn mehr Leute diese Texte liken oder twittern, gefallen mir diese Zahlen dann trotzdem besser“, sagt er. Tipp: Stefan Plöchinger auf Twitter folgen.

Das Medium ist eine Baustelle„, schreibt der Datenjournalist und meint damit vor allem die in Online-Redaktionen häufig veralteten Content Management Systeme (CMS), die aufgrund ihrer mangelnden Flexibilität häufig Innovationen im Online-Journalismus verhindern.

Ein Gratis-E-Book bietet der britische Online-Journalismus-Professor Paul Bradshaw zum Download an: Model for the 21st Century Newsroom – ReduxBradshaw ist Autor des Online Journalism Blog und ist natürlich auch auf Twitter zu finden. Er ist Gründer der Crowd-Reporter-Plattform Help Me Investigate, die Journalisten und andere nach dem Crowdsourcing-Prinzip dabei unterstützt, für die Öffentlichkeit relevante Fragen zu recherchieren.

Schlaft ihr mit dem iPad im Bett? Also bei mir liegt es zumindest häufig genug neben dem Bett und was eine Umfrage des Pew-Forschungszentrums über Newsjunkies herausgefunden hat, gilt auch für mich: Sie nutzen ihr Tablet häufig sehr früh morgens und sehr spät Abends.

Die linke „Tageszeitung“ (Taz) macht sich im Haus-Blog Gedanken über ihre eigene ZukunftWas macht die taz, wenn gedruckte Zeitungen aussterben?, fragt der Verlagsgeschäftsführer Karl-Heinz Ruch. Dass es in zehn Jahren keine gedruckten Zeitungen mehr gibt, hält er nicht für unrealistisch und beruft sich dabei auf den erfahrenen Medienexperten Thomas Koch: „Den Werbekunden und Agenturen werden die gedruckten Zeitungen zunehmend gleichgültig“, schrieb Koch in der FAZ.

Das Genossen-Modell der Taz fasziniert unterdessen den britischen Guardian. Unter dem Titel The German newspaper saved by its readers berichtet die angesehen britische Tageszeitung über das Modell der Berliner. Ebenfalls im Guardian denkt derweil Investigativjournalist David Leigh über eine verpflichtende monatliche Zwei-Pfund-Abgabe nach, um Qualitätszeitungen der britischen Insel zu retten.

Unterdessen stoßen die Pläne für ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger, das insbesondere vom Axel-Springer-Verlag laut gefordert wird, in der deutschen Internet-Szene auf Ablehnung. Eine Online-Petition von Gegnern des Gesetzesvorhabens hat bislang mehr als 15.000 Mitzeichnern. Die Petition kann nur noch zwei Tage lang unterschrieben werden und hat trotz vieler Aufrufe in der deutschen Blogosphäre deutlich weniger Unterzeichner als von den Initiatoren erhofft. Damit der Petent vom  Bundestag angehört wird, müsste die  Petition von mindestens 50.000 Bürgern unterschrieben werden. Welche Probleme das Leistungsschutzrecht für Start-ups mit sich bringen würde, erklärt Kai Biermann auf Zeit Online: Leistungsschutzrecht zielt auf Google, ohne zu treffen.

Ein Link in eigener Sache: Auf carta.info und im Blog ohne Namen beschäftige ich mich der Kritik an der Handelsblatt-Kampagne „Mein Kopf gehört mir“  vom April dieses Jahres. Damals arbeitete ich noch beim Handelsblatt und habe die Kampagne und insbesondere den Artikel dazu, der voller sachlicher Fehler war, redaktionsintern kritisiert. Die Kritik von damals habe ich nun öffentlich gemacht, weil aus meiner Sicht viele Missverständnisse zum Immaterialgüterrecht, die im Artikel vorkommen, für die Auseinandersetzung des Mainstream-Journalismus mit dem Thema Urheberrecht typisch sind.

Die Open-Source-Karten-Applikation OpenStreetMap, die Karten nach dem Wikipedia-Prinzip erstellt, bekommt ihr erstes großes Investment: Die Knight Foundation unterstützt das Projekt mit 575.000 Dollar, berichtet Nieman Journalism Lab. Die Stiftung hat sich der Unterstützung von Ideen verschrieben, die Qualitätsjournalismus fördern.

Ein Armutszeugnis für den Rechtsstaat – Adrian Schneider, Referendar am Landgericht Köln, beschäftigt sich mit der Frage, inwiefern das Urheberrecht gegen die Pressefreiheit ausgespielt werden kann. Zuletzt hat die Ergo-Versicherung dem Handelsblatt mit einer Klage gedroht, weil es den Ermittlungsbericht in einer App zum Download angeboten hat.

Mobile Online-Werbung könnte noch weniger erfolgreich sein als gedacht: Laut den Marktforschern von eMarketer sind 40 Prozent der Klicks auf mobile Werbung Versehen oder Betrug, berichtet Fastcompany.

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