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Zehn journalistische Recherche-Tools für das digitale Zeitalter

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04/11/2012 von Stephan Dörner

Klassische Recherche wird durch das Internet nicht ersetzt, sondern ergänzt – um neue Tools im Netz, von denen jeder Journalist profitieren kann. Insbesondere, wenn Informationen aus dem Internet verwendet werden – was alle Journalisten tun, ob online oder nicht – sind bestimmte Tools unumgänglich, um beispielsweise die Glaubwürdigkeit einer Information einschätzen zu können.

Weil das Thema in der Umfrage von meinen Lesern gewünscht wurde – 16 Leser wollten etwas über digitale Recherche-Tools wissen – beschäftige ich mich heute damit. Dabei geht es in diesem Blog-Eintrag nicht um einen generellen Grundkurs in Recherche, sondern um nützliche digitalen Tools, die durch das Netz hinzugekommen sind. Bei der Recherche zu diesem Artikel wurde ich mit Tools geradezu erschlagen. Ich habe mich daher auf einige Anfängertipps beschränkt und will mich in einem zweiten Teil des Artikels noch einmal tiefer mit den zahlreichen datenjournalistischen Werkzeugen und Möglichkeiten beschäftigen.

1. Erreichbarkeit herstellen

Der Traum vieler junger Journalisten ist es, einen großen Skandal und die Geschichte hinter der Geschichte aufzudecken – mit Informationen aus erster Hand von Insidern. In der Praxis schreiben die wenigsten Journalisten solche Artikel – mit einigen, denen so ein Scoup gelungen ist, habe ich allerdings gesprochen.

Der Beginn dieser Geschichte ist oft genug profan: Auf einer Hauptversammlung zum Beispiel genau zuhören, welche Fragen Aktionäre stellen – oft sind das Ansatzpunkte für Recherche. Oder auch fremde Artikel lesen, die einen Teilaspekt eines Skandals aufdecken, hinter denen aber mehr stecken könnte. Wenn sich beispielsweise eine Stadt bei Derivaten von einer Bank hat über den Tisch ziehen lassen, ist es nicht unwahrscheinlich, dass das anderen Städten auch passiert ist.

Wie kommen Journalisten an brisante Informationen?

In den allermeisten mir bekannten Fällen, in denen ein Artikel hohe Wellen geschlagen hat, kam die entscheidende Information von einem Insider aus der betreffenden Organisation. Oft wendete sich derjenige von sich aus an den Journalisten, weil er sich in dem Fachgebiet, um das es ging, bereits einen Namen gemacht hat. Zu den wichtigsten Recherche-Tool im digitalen Zeitalter gehört daher, die Erreichbarkeit zu ermöglichen.

Leser sollten den Journalisten so einfach wie möglich erreichen können – am besten per E-Mail, die in Artikeln und auf dem Profil des Journalisten im Netz angegeben ist. Ein Twitter-Profil schadet sicher auch nicht – und auch dort sollte im Profil eine E-Mail-Adresse hinterlegt sein.

Kommunikation verschlüsseln

Wer vermutet, dass er vertrauliche Informationen per E-Mail zugespielt bekommen könnte, kann sich nach dieser Anleitung einen GnuPG-Schlüssel generieren und den Public Key veröffentlichen – am besten samt Link auf die genannte Anleitung.

Der Journalismus-Professor Sree Sreenivasan berichtete einmal in einem seiner Vorträge, dass einer seiner Schüler in seinem Twitter-Profil sogar seine private Handynummer veröffentlicht hätte, um für potentielle Informanten jederzeit erreichbar zu sein. Das ist vielleicht etwas extrem – aber eine per Google leicht auffindbare E-Mail-Adresse sollte es mindestens sein.

2. Twitter-Profile prüfen und Beziehungen auswerten

Ein Klassiker sind inzwischen angebliche Aussagen von Prominenten auf Twitter, die von Fake-Accounts stammen. Besonders bekannt gewordenen ist in diesem Zusammenhang die Web-B-Prominenz Rob Vegas, der als falscher Harald Schmidt unter dem Accountname Bonito TV twittert.

Twitter gibt geprüfte Prominente schon seit längerem ein kleines blaues Häkchen. Nicht immer aber sind Prominente Accounts auch verifiziert – insbesondere nicht, wenn sie neu sind. Als zweiter schneller Indikator kann immer die persönliche Website des Promis herhalten: Findet sich dort ein Link auf das Twitter-Profil, kann es als echt gelten. Ansonsten kann nur ein Anruf beim Management Klärung bringen.

Ist erst einmal klar, dass eine Person auf Twitter der ist, für den er oder sie sich ausgibt, können mit dem Kurznachrichtendienst aber noch viel spannendere Dinge herausgefunden werden, als das, was die Person so öffentlich mitteilt. Hochinteressant ist beispielsweise, was das Twitter-Analyse-Tool Twiangulate alles kann.

Eine mögliche Anwendung: Die Eingabe eines Twitter-Nutzernamens und dem Aufruf des Reiters „Inner circle“ enthüllt in einigen Fällen einige der engsten Vertrauten eines Twitter-Nutzers. Dabei zeigt das Tool diejenigen Twitter-Nutzer an, die selbst am wenigsten Follower haben. Es ist daher wahrscheinlich, dass der Nutzer diesen Follower persönlich kennt, denn er wird ihm aus gutem Grund kennen und folgen.

Eine andere mögliche Anwendung ist das Herausfinden von Schnittmengen. So lassen sich bis zu drei Twitter-Nutzer angeben, um deren Schnittmenge bei Followern und Freunden (gegenseitiges folgen) anzeigen zu lassen.

3. Umgang mit Wikipedia

Ob sie es zugeben oder nicht: Die Nutzung der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia ist in fast allen Redaktionen in Deutschland für das Überprüfen von grundsätzlichen Fakten gang und gäbe. Kritisch wird es immer dann, wenn beispielsweise geglaubt wird, dass die Existenz eines Wikipedia-Eintrags schon die Existenz einer Organisation belegt.

Berühmt gewordene Fälle sind der „Bund deutscher Juristen“ – eine erfundene Organisation, auf die damals zahlreiche Medien hereingefallen sind, als sie angeblich Folterforderungen des damaligen Bundesinnenministers Wolfgang Schäuble unterstützte sowie der Bericht des erfundenen US-TV-Senders KPVK-TV über einen angeblichen Selbstmordanschlag, den unter anderem die dpa zitierte.

In beiden Fällen hätte ein Blick in die Versionsgeschichte der entsprechenden Einträge weitergeholfen. Dabei ist auf zwei Dinge zu achten:

1. Wer hat den Artikel angelegt? Ein anonymer User (bei dem nur die IP-Adresse angezeigt wird) oder ein angemeldeter Account? Welche anderen Beiträge hat dieser User geleistet? Hat er auch andere vollständige Artikel geschrieben oder ist außer in diesem einen Artikel kaum aktiv gewesen? Das alles lässt sich mit einem Klick auf den Username des Erstellers, der ganz am Beginn der Historie des Artikels angezeigt wird, herausfinden.

2. Wann wurde der Artikel angelegt?

Handelt es sich um einen Artikel, der nur Tage, Wochen oder Monate vor dem gerade aktuellen Ereignis angelegt wurde, ist Skepsis geboten – insbesondere, wenn der Eintrag von einem anonymen Nutzer oder einem Autoren erstellt wurde, der sonst nur wenig bei Wikipedia aktiv war.

4. Domainhaber herausfinden

In beiden berühmt gewordenen Fällen erstellten die Fälscher natürlich auch mehr oder minder professionell aussehende Websites für ihre Fake-Organisation beziehungsweise ihren Fake-Sender.

Website des Fake-TV-Senders KPVK-TV.

Auch hier hätten Journalisten schnell misstrauisch werden können, wenn sie den Umgang mit den entsprechenden Tools beherrscht hätten. Mit einer sogenannten Whois-Abfrage lässt sich herausfinden, seit wann eine Webdomain aktiv ist und auf welchen Namen sie registriert wurde. Gerade bei deutschen .de-Adressen kann man sich recht sicher sein, hier auch den korrekten Ansprechpartner zu finden – bei internationalen Domains wie .com gibt es hier zahlreiche Möglichkeiten der Verschleierung.

Deutsche Adressen können unter http://www.denic.de/ nachgeprüft werden, bei internationalen Seiten bietet sich http://www.whois.net/ an. Wer ein Unix- oder Unix-ähnliches Betriebssystem wie Mac OS X oder Linux nutzt, kann auch einfach folgendes in eine Kommandozeile eingeben: whois domain.endung

5. Soziale Netzwerke beobachten

Gerade für Wirtschaftsjournalisten kann es sich lohnen, Business-Netzwerke wie LinkedIn und Xing genau im Blick zu behalten – insbesondere Top-Manager aus der eigenen Branche, die sich dort tummeln. Gewinnt zum Beispiel einer der Manager in kurzer Zeit einige neue Kontakte bei einem Konkurrenten, kann das auf einen Wechsel des Arbeitgebers hindeuten. Nachfragen kostet ja nichts. Regelmäßige Tipps und Tools für den Umgang mit sozialen Netzwerken gibt außerdem die How-to-Rubrik von Mashable.

6. Twitter-Suche

Der Kurznachrichtendienst wird heute von Journalisten häufig genutzt, um sich ein Stimmungsbild zu einem Thema zu verschaffen – wobei beachtet werden muss, dass Twitter-Nutzer alles andere als repräsentativ sind. Gerne werden auch die Trending Topics, die sich nach Ländern filtern lassen, ausgewertet, um zu sehen, was das Netz derzeit umtreibt.

Nicht zuletzt einige spektakuläre Tweets, die journalistisch interessant waren, haben den Dienst berühmt gemacht. So wurde das Foto von der Landung eines Linienflugzeugs auf dem Hudson-River zuerst über Twitter verbreitet. Auch beim Amoklauf von Winnenden kamen die ersten Infos von Augenzeugen über den Kurznachrichtendienst.

Große Vorsicht ist natürlich bei der Vertrauenswürdigkeit der auf Twitter veröffentlichten Informationen und Aufnahmen angebracht. Behauptet beispielsweise ein Twitter-Nutzer, ein Video von einem spektakulären Ereignis gemacht zu haben, ist es sinnvoll, den Nutzer zu kontaktieren – am besten via Telefon oder Skype. Mit den Antworten auf Fragen wie „Wo wurde das Video gedreht?“ lässt sich beispielsweise mittels Google Streetview sehr schnell ein allererster Plausibilitätstest durchführen: Kann das Video hier entstanden sein, kommt die Perspektive hin?

Weitere Fragen, die Journalisten stellen sollten: Wann und wo wurde das Foto oder das Video erstmals hochgeladen? Zudem kann der Journalist dabei gleichzeitig auch noch fragen, ob er die Aufnahme verwenden darf. Weitere Verifikationsmerkmale sind der Kontext der Aufnahmen: Passen im Hintergrund erkennbare Werbung, Schrift und Autokennzeichen zu dem angeblichen Ort? Passt der lokale Wetterbericht zu angeblicher Zeit und Ort der Aufnahme?

Außerdem gibt es technische Tools wie die Rückwärts-Bildersuchen TinyEye und Googles Search by Image, die ähnliche Aufnahmen finden. So lässt sich beispielsweise in Einzelfällen herausfinden, dass eine bereits existierende Aufnahme einfach per Bildbearbeitung manipuliert wurde – wie im Falle einer gefälschten Aufnahme von Osama bin Ladens abgetrennten Kopf. Einen Einblick in die Arbeit des Verifikations-Teams der BBC bietet ein Nieman-Report. Ebenfalls praktisch in diesem Zusammenhang: Die Checkliste zur Überprüfung von Social-Media-Inhalten der „sozialen Nachrichtenagentur“ Storyful über die mein Kollege Jörgen Camrath bereits einen Gastbeitrag in meinem Blog veröffentlicht hat. Einen ausführlichen Artikel zu der Thematik findet ihr beim Africa-Blog der DW-Akademie: How ARD, BBC and CNN verify social media content.

Um derartige Informationen beispielsweise in einer spontanen Krisensituation schon zu finden, bevor die Agenturen berichten, kann die Twitter-Suche genutzt werden. Die erweiterte Suchfunktion von Twitter bietet dabei zahlreiche Filtermöglichkeiten – unter anderem auch nach Orten. Auch die vielen von Google bekannten Suchparameter wie Minus-Zeichen unterstützt Twitter. Eine ausführliche Erläuterung der wichtigsten Suchoperationen bietet Mashable.

Noch deutlich mehr noch bietet das kostenlose Social-Media-Tools Twitterfall. Twitterfall sucht Tweets nach Twitter-Listen und Orten – außerdem lassen sich auch Suchworte ausschließen. Optisch werden die gefundenen Twitter-Nachrichten ansprechend dargestellt – sie fallen wie ein Wasserfall herunter.

7. Crowdsourcing – frag die Crowd!

Ein ganz einfaches Anwendungsbeispiel für das schnelle Erheben von Daten ist die Befragung von Followern bei Twitter. Das ist sicher nicht immer ein geeignetes Recherche-Tool – teilweise aber sehr nützlich. Einen der ersten Artikel über das Desaster bei Apple Maps schrieb beispielsweise der Blogger Mike Butcher auf Techcrunch, den ich schnell danach auch auf WSJ.de aufgriff – soweit ich weiß, bevor ein anderes großes deutsches Medium darüber berichtete.

Wie Butcher so schnell darauf kam, dass Apple bei dem Kartendienst großen Mist gebaut hat? Er fragte seine Follower auf Twitter – und die schickten ihm insbesondere aus Europa massenweise Screenhshots von Fehlern des Dienstes, die er dann nachprüfen konnte.

Ein weiteres Beispiel für diese Art von Crowdsourcing habe ich in meinem Blog-Artikel Crowd-Journalismus hat ein Trittbrettfahrerproblem genannt: die Crowdsourcing-Plattform ”Help Me Investigate“ von Paul Bradshwaw, Professor in London und Birmingham für Online-Journalismus. Für den deutschsprachigen Raum gibt es eine solche Plattform meines Wissens noch nicht.

8. Daten als Quelle

Das wichtigste für eine Recherche im Internet ist der Umgang mit Daten. Das Internet ist voller Daten und hinter diesen Informationen verbergen sich Geschichten. Diese Geschichten zu finden und zu erzählen – das ist der Ansatz des datengetriebenen Journalismus.

The Data Driven Journalism Handbook At A Glance

The Data Driven Journalism Handbook At A Glance. Lizenz: CC-BY-SA

Natürlich ist der Data Driven Journalism ein riesiges Thema, das irgendwann sicher auch noch einmal Gegenstand eines eigenständigen Blog-Artikels sein wird. An dieser Stelle möchte ich mich daher nur kurz auf eine ganz wesentliche Einführung beschränken. Einen allerersten guten Überblick über die Phasen des datengetriebenen Journalismus von der Recherche bis zur Präsentation bietet das kostenlose elektronische Data Journalism Handbook im Kapitel The Handbook At A Glance (siehe Grafik links).

An dieser Stelle möchte ich mich auf Punkt 4 des hier gezeigten Prozesses konzentrieren: Die Erhebung der Daten – immerhin soll es ja um die Recherche gehen.

Beispiele für Datenjournalismus nennt Professor Paul Bradshaw im Kapitel „What Is Data Journalism?„. Immer geht es darum, vorhandene Daten meist mit Hilfe einer Software auszuwerten und somit Ansatzpunkte für eine Recherche zu gewinnen. Wichtig dabei: Die Daten an sich sind nicht die Story – die muss immer noch geschrieben werden. Allerdings kann auch eine ansprechende Aufbereitung der Daten – beispielsweise in Form einer interaktiven Web-Grafik wie im Falle der Wikileaks-Daten zu Afghanistan – die journalistische Story bereichern und besser erfassbar machen. „Daten können die Quelle von Datenjournalismus sein oder das Werkzeug, mit dem die Geschichte erzählt wird – oder beides“, schreibt Bradshaw.

Google richtig benutzen

Wie Journalisten an öffentlich verfügbare Daten kommen, damit beschäftigt sich das Handbook unter anderem im Kapitel „A Five Minute Field Guide„. Eine dort genannte Möglichkeit ist die Abfrage von Datenbabanken. Viele Datenbanken sind online und lassen sich abfragen – ob die Besitzer das wissen oder nicht. Das funktioniert vor allem über Tricks bei der Benutzung von Google. So lässt sich mit dem Such-Operator „filetype:“ nach bestimmten Dateitypen in Verbindung mit einem Begriff suchen. Datenbanken-Daten lassen sich mit den Such-Operatoren „filetype:MDB„, „filetype:SQL“ und „filetype:DB“ finden, Tabellen mit dem Suchbefehl „filetype:XLS“ oder „filetype:CSV„. Mit dem Suchbefehl „inurl:download“ besteht der Nutzer gegenüber Google darauf, dass das Wort „download“ in der Webadresse auftaucht.

Zahlreiche Tipps zur richtigen Verwendung von Suchbefehlen in Google habe ich vor einiger Zeit einmal für Handelsblatt Online zusammengestellt. Darunter befindet sich beispielsweise auch der Tipp, wie die Suche bei Google News auf einen bestimmten Ort begrenzt werden kann: mit „location:Berlin„. Eine Übersicht über alle möglichen Google-Operatoren bietet in übersichtlicher Tabellen-Form der Google Guide. Wer noch tiefer einsteigen will, sollte sich die Website des 2009 verstorbenen Hackers Fravia ansehen: Web Searchlores. Aber Vorsicht: Er selbst bezeichnete seine Website als „byzantiner Irrgarten, für den man sich schon ein paar Monate Zeit nehmen sollte“. Ich selbst hatte die Ehre 2004 den Vortrag How to find *anything* on the Web auf dem Chaos Communication Congress in Berlin sehen zu dürfen: Hier findet ihr ein Video-Mitschnitt des Vortrags.

9. Informationen sortieren

Das wichtigste Internet-Tool, das bei mir tagtäglich im Einsatz ist, heißt Google Docs. Egal, ob ich irgendwo einen interessanten Link finde, mir eine Idee für einen Artikel in den Sinn kommt oder ich Rechercheinformationen speichern möchte – Google Docs ist der Ort, an dem ich all das tue. So habe ich überall Zugriff darauf – egal, ob Büro-PC, Mac, Linux-PC oder iPad zu Hause oder iPhone beziehungsweise Laptop unterwegs. Für iOS und Android gibt es auch eine entsprechende App namens Google Drive, die etwas zügiger läuft als die mobile Website. Für verschiedene Arten von Informationen nutze ich dabei einfach verschiedene Dokumente – das reicht mir.

Wer es etwas ausgefeilter haben möchte, für den gibt es auch spezielle Tools zum Sortieren von Information wie Keeeb. Aber Vorsicht! So manches Start-up, dem Nutzer ihre Daten anvertraut haben, ist schon pleite gegangen. Bislang war es fast immer so, dass die Nutzer zuvor gewarnt wurden und die Daten herunterladen konnten. Wichtige Daten sollten also auf jeden Fall auch noch einmal auf der Festplatte gespeichert werden – denn auch Datenverluste sind nicht auszuschließen. Wer eine Microsoft-Office-Lizenz besitzt, kann auch Onenote nutzen, das es sowohl als Cloud-Service über das Netz gibt, als auch als kostenlose App.

Notizen aller Art, also neben Text beispielsweise auch Links oder Audio-Aufnahmen, kann Evernote im Netz speichern. Die kostenlose App gibt es für alle gängigen PC- und Smartphone-Betriebssysteme. Um überall Zugriff auf bestimmte Dokumente zu haben, nutze ich Dropbox. Dort kann jede Art von Datei gespeichert werden. In den meisten Fällen allerdings reicht mit Google Docs.

10. Von den Profis lernen

Das Internet bietet nicht nur Tools für die Recherche, sondern auch ein Instrument der Fortbildung. Journalistische Kurse über das Web bietet beispielsweise das Poynter-Institut in den USA an. Die Webinare kosten Geld. Kostenlos dagegen sind die in Blog-Form geschriebenen „How To’s“ con Poynter sowie die riesige Materialsammung des Nieman Journalism Lab.

Hans Leyendecker. Foto: Das blaue Sofa; Lizenz: CC-BY

Auch auf Deutsch gibt es im Web Material. So könnt ihr beispielsweise direkt von Hans Leyendecker lernen. Hans Leyendecker gehört zu den bekanntesten Journalisten Deutschlands – vielleicht ist er sogar der bekannteste investigative Journalist. Unvergessen sind beispielsweise seine Leistungen bei der Aufdeckung der CDU-Spendenaffäre. Das Investigativressort der Süddeutsche Zeitung um Hans Leyendecker gibt in der Video-Kolumne Aktenlage Einblicke in die aktuellen Fälle. Die Redakteure berichten von ihren Recherchen und Ergebnissen.

Auch von internationalen Größen im Journalismus können Journalisten auf der ganzen Welt via Internet lernen. Über iTunes U werden zahlreiche Video-, Audio- und E-Book-Kurse angeboten. So berichtet in dem Kurs „Secrets of a Pulitzer Prize winning journalist“ beispielsweise der investigative Washington-Post-Journalist Jeff Leen, der an insgesamt sieben mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Recherchen beteiligt war, wie er ein lateinamerikanisches Drogenkartell aufgedeckt hat. Voraussetzung ist der Download von iTunes auf Mac oder Windows-PC und eine Suche nach dem Kurs über den Reiter „iTunes Store“. Speziell diesen Vortrag der Walter Cronkite School of Journalism and Mass Communication gibt es allerdings auch bei Youtube:

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8 Kommentare zu “Zehn journalistische Recherche-Tools für das digitale Zeitalter

  1. […] Recherchieren im digitalen Zeitalter – das bedeutet für viele leider immer noch: mal eben googlen. Dabei gibt es so viel mehr und vor allem so viel bessere Möglichkeiten als den schnöden Blick in eine Suchmaschine. Zehn journalistische Recherchetools  hat Stephan Dörner in seinem Blog zusammengetragen und vorgestellt. […]

  2. Nike van Eppstein sagt:

    Unbedingt mal einen Blick auf Paul Myers http://www.researchclinic.co.uk werfen.

  3. Sebastian sagt:

    Hi Stephan, gerade erst entdeckt – Schande über mein Haupt! Wirklich toller Artikel, danke dir! Das sind 10 super Tipps!

    Und vielen Dank für die Erwähnung von Keeeb. Wir sind gerade dabei Keeeb komplett neu zu designen, so dass es schicker und noch übersichtlicher wird.

    Außerdem haben wir gerade einen Blogartikel darüber verfasst, wie wir mit dem Thema Datensicherheit und Datenschutz umgehen – das sprichst du ja auch an, deshalb hier der Link zum Artikel: http://www.keeeb.com/info/datensicherheit-bei-keeeb-insights-data-security-at-keeeb/

    VG,

    Sebastian (Marketing & Social Media @Keeeb)

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